Das sog. „Dritte Reich“ hat 1942 die Glocken der Pfarrkirche eingefordert und eingeschmolzen. Dies hat die Bevölkerung hart getroffen, ebenso die Folgen des Krieges: Not, Verlust und Tod. Mitten in den wirtschaftlich elendsten Jahren haben die Dorfbewohner unter größter Anstrengung neue Glocken angeschafft, welche am 7. September 1947 feierlich geweiht wurden. Endlich waren im Dorf wieder Frieden und „normales Leben“ eingekehrt. Die Glocken, die fortan wieder zu hören waren, verkünden diese Geschichte bis auf den heutigen Tag.
Aus dem Gutachten des Glockensachverständigen (2023)
„Die sechs Stahlglocken hängen wegen ihrer Größe an tiefgekröpften Stahljochen, die bereits deutliche Rostspuren tragen. Aufgrund der Kröpfung wirken bei den Jochen nicht nur Vertikal- sondern auch Torsionskräfte (also Verdrehungen), die zu einer erhöhten Materialermüdung führen. Bei Rosteinwirkung verstärkt sich die Bruchgefahr, v.a. wenn die Nietenköpfe der Verschraubungen vom Rost hinterwandert werden. Die oben angeführten Beobachtungen (…) lassen den Schluss zu, dass hier bereits mittelfristig aus Sicherheitsgründen an den Austausch von Jochen gedacht werden muss.
Auch der Glockenstuhl weist bereits deutliche Rostspuren auf: Auch wenn die Knotenbleche, die durch die Bündelung der Kräfte sehr beansprucht werden, vom Rost noch nicht hinterwandert sind, muss auch hier langfristig an einen Ersatz gedacht werden.
In Rottenbuch zeigen sich die ersten Anzeichen von Materialermüdung. Ursache hierfür sind die überpropotional schweren Glocken, die durch die Konstruktion ihrer Aufhängung die Folgen des an sich bei Stahl normalen Rostprozesses beschleunigen.
Wenn man in die Zukunft denkt und alle Synergieeffekte und Nachhaltigkeitsbestrebungen mit einbezieht, bleibt letztlich als Lösung nur eine Erneuerung der gesamten Anlage in einer durch Jahrhunderte hindurch erprobten Ausführung: Bronzeglocken an Holzjochen im Holzglockenstuhl.“
Allein schon aus Respekt vor der unvorstellbaren Leistung der Frauen und Männer aus Rottenbuch damals in Kriegszeiten sollte uns Auftrag sein, rechtzeitig vorzusorgen, damit auch weiterhin Glocken im Turm erklingen. Für einen Ersatz der fünf Glocken samt Glockenstuhl ist nach groben Schätzungen mit ca. 750.000 Euro zu rechnen.
Kath. Kirchenstiftung Mariä Geburt
Raiffeisenbank Steingaden
DE43 7016 9558 0000 7211 90
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Giesser: |
Bochumer Verein |
Bochumer Verein |
Bochumer Verein |
Bochumer Verein |
Bochumer Verein |
Bochumer Verein |
Friedrich Hamm, Augsburg |
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Gussjahr: |
1947 |
1947 |
1947 |
1947 |
1947 |
1947 |
1898 |
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Material: |
Stahl |
Stahl |
Stahl |
Stahl |
Stahl |
Stahl |
Bronze |
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ø mm: |
2000 |
1680 |
1490 |
1260 |
1120 |
1000 |
860 |
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Gewicht kg: |
3600 |
2100 |
1500 |
900 |
650 |
350 |
343 |
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Nominal: |
b° |
des’ |
es’ |
ges’ |
as’ |
b’ |
b’ |
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Inschrift/Widmung |
Patrona Bavaria |
Den gefallenen Kriegern der Pfarrei |
Heilige Dreifaltigkeit, Dich bet ich an. |
Heilige Familie, steh uns bei |
Heiliger Petrus und Paulus, bittet für uns |
Heiliger Geist |
VENI S. SPIRITU, GUI, SS. AUGUSTINUS, UDALRICUS, ROCHUS, VITUS SERVIRUNT ROTTENBUCH 1898 |