Pfarrkirche Mariä GEburt

Patronat

Mariä Geburt (9. September)

und St. Peter und Paul (29. Juni)

 

Erbaut

um 1085

 

Barockisierung

1700 - 1770


Im Zuge der Klostergründung errichtete man schon bald nach 1085 westlich des bestehenden Altenmünsters („erste“ Rottenbucher Kirche) eine romanische, flach gedeckte, dreischiffige Basilika mit Querschiff und westlicher Vorhalle. Während der Regierungszeit von Propst Georg Neumair (1431-1472) erneuerte Meister Hansen als Baumeister den Chor und die Querschiffskapellen. Mauerpartien der romanischen Kirche wurden einbezogen und mit Kreuzrippengewölben versehen. Anschließend wurde das Langhaus ebenfalls unter Verwendung der bestehenden Bausubstanz neu gebaut (1477).

Vom spätgotischen Hochaltar blieb die Muttergottesfigur erhalten, ein Werk des Meisters der Blutenburger Apostel von 1480. Sie steht heute am Augustinusaltar der Pfarrkirche und ist nicht nur durch ihren hohen künstlerischen Rang, sondern besonders durch ihre würdevolle, erhabene Ausstrahlung ein viel verehrtes Gnadenbild für alle, die Maria zu ihrer Fürbitterin erwählt haben.

Die Kirche zeigt sich heute als dreischiffige, kreuzförmige Basilika mit freistehendem Glockenturm. Sie ist durch den romanischen Grundriss und die architektonischen Proportionen der Gotik bestimmt. Durch Umgestaltung des Innenraums sowie durch eine neue Ausstattung wurde die Stiftskirche dem Rokoko angepasst. Romanik, Gotik und Rokoko – selten sind sie so verschmolzen wie in Rottenbuch.

Die Stiftskirche Mariae Geburt ist ein Album der reichen Geschichte des Klosters und der Pfarrei, denn in ihr hat jede Zeit ihre Spur hinterlassen. Ausschlaggebend für das heutige Erscheinungsbild sind die Umgestaltungsmaßnahmen unter den Pröpsten Patritius Oswald (1700-1740) und Clemens Prasser (1740-1770).

Altäre, Stuck, Putten, Figuren, Bilder – die ganze reiche, kostbare Ausstattung der Rottenbucher Kirche hat jedoch nur ein Ziel: Sie will zur  Verherrlichung Gottes beitragen und ein Stück Himmel auf  dieser Erde sichtbar machen. Der Freskenzyklus von Matthäus Günther erzählt in 20 Bildern entscheidende Stationen aus dem Leben des Heiligen Augustinus. Der Lebensweg dieses Heiligen wird uns als der Heilsweg seiner Seele zu Gott vorgestellt. Augustinus ist der suchende Mensch, dessen ganzes Leben auf ein Ziel ausgerichtet ist, auf Jesus Christus. Im Tod, als dem Hinübergang zu Gott, findet seine Sehnsucht die Erfüllung.

Das Leben des Heiligen Augustinus ist lange Wegstrecken im Zickzack verlaufen und steht dafür auch stellvertretend für unser aller Leben. Jeder kann sich in irgendeiner der Lebensstationen des Heiligen Augustinus wiedererkennen, aber jeder wird auch immer neu auf das Ziel seines Lebens hingewiesen.

Die Kirche ist der Versammlungsort der Gläubigen, hier feiern wir zusammen die Liturgie und die Eucharistie. Mittelpunkt der Kirche ist deshalb der Altar auf dem bei jeder Eucharistiefeier Christus in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig ist. Der Tabernakel ist der Ort an dem Christus eucharistisch verborgen Da ist.

 

Unser Hochaltar ist eine der großartigsten Schöpfungen von F.X.Schmädl:

Er zeigt uns am Beispiel der Geburt Mariens die Gnade, die von Gott über diese Welt ausgegossen wird. Der thronende Gott Vater schenkt das  Leben und weil ohne ihn kein Leben sein kann ist jeder Mensch von  Gott gewollt. Wir alle sind Wunschkinder Gottes. Nehmen sie diese Botschaft der Rottenbucher Kirche Mariä Geburt in sich auf. Nur wenn Sie diese Raumschöpfung als Gotteshaus, nicht als Museum, auf sich wirken lassen, werden Sie die Pracht und die Schönheit dieser Kirche verstehen und  als Glaubensverkündigung begreifen können.

Nehmen Sie sich die Zeit für  ein Gebet, dann wird unsere Kirche auch Ihnen zum Geschenk – wie so vielen Menschen im Lauf der Jahrhunderte.

© Albrecht Bögle, Rottenbuch